Praktische Theologie

       NordUZH Schlag Bild
                    Prof. Dr. Ilona Nord                               Prof. Dr. Thomas Schlag


Gegenstand der Praktischen Theologie ist die religiöse Praxis des protestantisch geprägten Christentums in Geschichte und Gegenwart. Als Teildisziplin der Theologie nimmt sie diese Praxis in ihren unterschiedlichen Formen wahr und versucht, diese zu verstehen und theologisch zu deuten.

Individuelle Religiosität, kirchliches Christentum und die religiöse Grundierung von Kultur und Gesellschaft sind als Formen christlicher Praxis zu unterscheiden, aber auch in ihrer Bezogenheit aufeinander darzustellen.

Die Praktische Theologie ist aufgefächert in Kirchentheorie/Kybernetik, Pastoraltheologie, Religionspädagogik, Homiletik, Poimenik, Liturgik und Diakoniewissenschaft. Diese Unterteilung ist als eine Arbeitsteilung zu verstehen, die zum einen dem Differenzierungsgrad der einzelnen Teildisziplinen und ihrer Gegenstände entspricht, zum anderen integrale Perspektiven  ermöglicht.

Drei grundlegende Perspektiven praktisch-theologischer Forschung können unterschieden werden:

  • In historischer Perspektive geht sie den Grundlegungen und Entstehungsbedingungen gegenwärtiger religiöser und kirchlicher Praxis nach.

  • In empirischer Perspektive nimmt sie die Vielgestaltigkeit religiöser Praxis in der Gegenwartskultur wahr.

  • In hermeneutischer Perspektive reflektiert sie theologisch die unterschiedlichen Manifestationen, etwa Formen, Riten und Symbole religiöser Praxis in ihrem Bezug zum christlichen Glauben.

Von dort her stellt Interdisziplinarität das Grundcharakteristikum und  die Grundaufgabe der Praktischen Theologie dar: Mit Pädagogik und Psychologie, Rhetorik und Literaturwissenschaften, Sozial-, Kultur- und Medienwissenschaften, Philosophie und Religionssoziologie steht sie in besonders intensiver Verbindung.

Praktische Theologie qualifiziert als wissenschaftliche Disziplin zum Pfarramt und zum Lehramt. Sie überschreitet aber diese berufsbezogenen Perspektiven dadurch, dass sie unter der Leitfrage der Kommunikation des Evangeliums nicht nur auf kirchliches Handeln, sondern auf eine öffentliche Theologie im denkbar weiten Sinn bezogen ist.

Ilona Nord / Thomas Schlag 
(Leitende der Fachgruppe)


Sektionstagung Praktische Theologie 2018

Vom 10.- 12. September 2018 fand in den Räumen der Schader-Stiftung die interdisziplinäre Tagung „Die Kirchen und der Populismus. Interdisziplinäre Recherchen in Gesellschaft, Religion, Medien und Politik“ statt. Es machte den besonderen Charakter dieser als Konsultation zum Thema zu bezeichnenden Zusammenkunft aus, dass hier Vertreter bzw. Vertreterinnen der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), der Sektion Religionssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) und des Arbeitskreises Politik und Religion der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) mit der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologinnen und -theologensowie der SektionPraktische Theologie der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie (WGTh) kooperierten. Hinzu kamen Vertreter der römisch-katholischen wie der evangelischen Kirche, die bezogen auf ihre Organisationen Einschätzungen zur Thematik vornahmen.

Den vollständigen Tagungsbericht lesen Sie hier: Tagungsbericht

Sektionstagung 2018 OrganisatorinnenSektionstagung 2018 EröffnungSektionstagung 2018 Öffnetlicher Abendvortrag

Oben: Die Kooperationspartner der Tagung „Die Kirchen und der Populismus“ im Garten der Schader Stiftung in Darmstadt. Links: Alexander Gemeinhardt, Geschäftsführer der Schader- Stiftung, eröffnet die Tagung. Rechts:Jan Werner Müller, Politologe an der Princeton University / USA, hielt einen öffentlichen Abendvortrag.


Sektionstagung Praktische Theologie/Religionspädagogik 2016 

Vom 16.-18.9.2016 fand in Goslar die Sektionstagung Praktische Theologie/Religionspädagogik gemeinsam mit der Gesellschaft für wissenschaftliche Religionspädagogik statt. Die Tagung widmete sich dem Thema „Wie evangelisch können Praktische Theologie und Religionspädagogik sein? Verortungen im Vorfeld des Reformationsjubiläums"

Sektionstagung 2016 1Sektionstagung 2016 2

Links: Michael Meyer-Blanck fragte am Samstagmorgen grundsätzlich an: Wie evangelisch sind Praktische Theologie und Religionspädagogik überhaupt noch? – Eine Landvermessung. Rechts: Henrik Simojoki am Freitagabend im Gespräch mit Fulbert Steffensky.

 

 Das Tagungsprogramm finden Sie hier: Programm

Wissenschaftliche Gesellschaft für Theologie | Geschäftsstelle: Haus der Diakonie | Paulsenstrasse 55–56 | 12163 Berlin | geschaeftsstelle@wgth.de

Copyright © 2017. All Rights Reserved.