Praktische Theologie

Projektgruppenantrag Sektion Praktische Theologie in der WGTh
"Religion und Religiosität im Kontext medialer Transformationsprozesse der Gegenwart"

Prof. Dr. Ilona Nord; Dr. Kristin Merle

 2016-2018

 

Der gegenwärtig rasante Wandel von Gesellschaften ist unter technischen Aspekten primär als Digitalisierung zu beschreiben, der als medialer Wandel Konsequenzen für den Wandel von Kommunikation hat, und damit verbunden für das Selbstverständnis der Menschen und ihre Sozialität, ihre Kultur. Fraglos sind in diese Transformationsprozesse die Gestalten des Religiösen, wie sie sich in sozialen und kommunikativen Hinsichten zeigen, eingebunden. Friedrich Krotz fasst die sich seit einigen Dekaden etablierende Digitalisierung von Kommunikation als Kulminationspunkt im Metaprozess ‚Mediatisierung‘; damit wird die Qualität des gegenwärtigen Wandels beschrieben und gleichzeitig eingeordnet in ein historisches Kontinuum und den größeren Zusammenhang des Mediennutzungsverhalten der Menschen überhaupt. Medien werden dabei mit Krotz ganz allgemein verstanden als „technische Institutionen, über die bzw. mit denen Menschen kommunizieren.“ Medien sind in ihrer jeweiligen Ausformung dann Teil und Institution einer jeweiligen Kultur, wenn sie in den Alltag der Menschen und ihre Gesellschaft integriert sind und soziale und kulturelle Praktiken auf ihnen aufruhen. Medien können, wie es Andreas Hepp im Anschluss an Raymond Williams formuliert, auch „[...) gleichzeitig als Technologie und kulturelle Form“ begriffen werden. Geht man davon aus, dass Medien sich nicht gegenseitig ablösen oder einander ersetzen, wird der Prozess der Mediatisierung als Ausdifferenzierungsprozess beschreibbar, im Zuge dessen sich neue Kommunikationsformen anreichern, dies mit zunehmender medialer Komplexität, so dass mediale Kommunikation fortschreitend auf immer mehr Lebensbereiche ausgreift. Wenngleich das Internet im Zusammenhang der Digitalisierung von Kommunikation eine herausragende Rolle spielt, wäre es vor dem skizzierten theoretischen Hintergrund - zu kurz gegriffen, etwa von einem ‚Internetzeitalter‘ zu sprechen, in dem wir gegenwärtig lebten. Nicht ein Leitmedium hat durch Substitution eines vorangehendes Leitmediums- je zeitspezifisch in besonderer Weise Auswirkungen auf Gesellschaft, Mensch und Kultur, viel eher zeichnen sich Medienkulturen durch „[...) hochgradig komplexe Arrangements von verschiedenen Formen des medienbasierten, kommunikativen Handelns“ aus.

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